Solitude on a Seashore

Solitude on a Seashore

Nicht weit von hier, etwas abseits gelegen, liegt ein Ort, an den ich oft zurückdenke und zu dem es mich nach wie vor noch zieht, hält er doch mich und meine endlosen sehnsüchtigen Gedanken gefangen. Man stelle sich vor, umringt vom Lärm der Großstadt, findet man eine Enklave der Ruhe und Zuflucht in Form eines Stückchens Himmel auf Erden, genauer gesagt, eine sehr alte Kirche, umrandet von weiten Grünflächen und einigen Bäumen, die sicherlich schon einige Generationen überdauert haben. Ringsherum liegt ein weiter See, der von Kanälen durchzogen ist und an dessen Ufer in unregelmäßigen Abständen einige Parkbänke in den Boden getrieben wurden.

Nun, einer dieser Bänke widme ich diese Passagen, denn sie spendete mir Rast und Trost an vielen Tagen, die in mir eingebrannt sind, als wären sie erst gestern geschehen. Nahezu jeden Freitag, spät am Abend, bei Wind und Wetter, nahm ich ihr Angebot an, mich auf ihr niederzulassen und meine Gedanken, meine Hoffnungen, Ängste und Sehnsüchte mit ihr zu teilen, meist mit verlorenem Blick auf die nahe stehende Kirche in altgotischem Stile. Nicht selten brach sich der Mond über ihr im angrenzenden See, sodass mich dessen Licht oft sanft in dem Arm nahm und ich hier nicht alleine war.

Gedanken schwirrten in meinem Kopf umher, mein Herz wurde schwerer und schwerer. Ich lauschte dem fernen Lärm der Autos und Menschen, aber irgendwie fühlte ich mich dennoch allein, als wäre ich der einzige Mensch auf Erden. Ich erinnere mich noch sehr genau an einem Tag im Oktober, als es in Strömen regnete und ich mich auf ihr niederließ, halb durchnässt vom Regen. Ich starrte zu Boden, denn etwas Schweres lag auf meinem Herzen, ich grübelte vor mich hin, sodass ich nicht bemerkte, wie Regentropfen, die auf  mich niederprasselten, sich mit meinen Tränen vermischten. Zu tief saß der Schmerz über Einsamkeit und Alleinsein, zu tief blutete meine innere Wunde über längst geschehene Ereignisse. Ich saß da, starrte zu Boden und meine Hand öffnete sich leicht um einige Regentropfen aufzufangen, als wären es Geschenke, die vom Himmel herabfielen. Ich seufzte leicht bei dem Gedanken, fand jedoch mehr und mehr mein inneres Gleichgewicht.

Den Ort gibt es noch immer und auch wenn ich mich längst lossagte von der Tradition sie jeden Freitag zu besuchen, so schaue ich dennoch oft genug vorbei und gedenke dieser Tage, an denen nichts und niemand da war, mich aufzufangen, nur diese eine Bank, die mir Trost spendete an Tagen, an denen Welten in meinem Kopf kollidierten.

©

 

3.5.09 22:02

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